NEWS & PRESSE

Gesetzesänderung ab 01.07.2018
Neues zur GmbH-Gesellschafterliste

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Im Jahr 2017 hatte der Gesetzgeber die Regelungen zur Publizität im GmbH-Recht verschärft (wir berichteten). Seitdem war in der Praxis hie und da Unsicherheit entstanden. Nun hat der Gesetzgeber noch einmal nachgebessert. Mit Wirkung zum 01.07.2018 ist eine neue Verordnung (Gesellschafterlistenverordnung – GesLV) in Kraft.

Zu diesem Zweck sieht die Verordnung vor, dass die Gesellschafterliste sowohl nach Geschäftsanteilen als auch nach Gesellschaftern sortiert wird. Entscheidend ist, dass die Geschäftsanteile fortlaufend und in eindeutiger Zuordnung zu den Gesellschaftern mit ganzen arabischen Zahlen als Einzel- oder Abschnittsnummern (1, 2, 3 oder 1.1, 1.2., 1.3) nummeriert sind. Dabei darf eine vergebene Nummer nicht für einen anderen Geschäftsanteil verwendet werden. Für einen neuen Geschäftsanteil muss die jeweils nächste freie ganze arabische Zahl vergeben werden. Neu eingeführt wurde die Möglichkeit zur Änderung der Nummerierung und Bereinigung der Liste bei drohender Unübersichtlichkeit.

Um die historische Entwicklung der Beteiligung an der Gesellschaft einfacher nachvollziehen zu können, sind Veränderungen in den Personen der Gesellschafter oder des Umfangs ihrer Beteiligung nunmehr auch in eine zusätzliche Veränderungsspalte einzutragen. Allerdings sind die historischen Angaben vollständig zu entfernen. Eine Streichung der bisherigen Angaben oder ein Belassen der historischen Spalte, Nummer oder weiterer Angaben, verbunden mit einem Zusatz wie z. B. „aufgehoben“, ist nun ausdrücklich nicht mehr zulässig.

Schließlich enthält die neue Verordnung auch Vorgaben zur Darstellung der prozentualen Beteiligung am Stammkapital, die in separaten Spalten anzugeben ist. Die Prozentzahlen können nach dem kaufmännischen Prinzip bis auf eine Dezimalstelle gerundet oder auch ohne Rundung durch das Weglassen der Nachkommastellen bis auf eine Dezimalstelle dargestellt werden. Entscheidend ist, dass innerhalb einer Gesellschafterliste durchweg nach demselben kaufmännischen Prinzip gerundet oder nach derselben Anzahl Nachkommastellen die Angabe abgebrochen wird. Eine Sonderregelung gibt es für die Grenzen 0,0 Prozent, 25,0 Prozent und 50,0 Prozent, wo eine genauere Angabe wie etwa 25,01 Prozent oder 50,001 Prozent notwendig ist. Bei kleinen Stückelungen der Geschäftsanteile reicht nach der Verordnung statt der genauen oder gerundeten Prozentzahl schlicht „< 1 Prozent“, „kleiner 1%“ oder eine sinngemäße Angabe in der Gesellschafterliste aus.

Die Übergangsregelung ist pragmatisch gehalten. Für bestehende GmbHs, die nach dem 01.07.2018 gegründet wurden, müssen diese Vorgaben erst beachtet werden, wenn aufgrund einer Veränderung eine neue Gesellschafterliste einzureichen ist.

Bei Fragen zur Gesellschafterliste einer GmbH beraten wir Sie gerne.

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IHR ANSPRECHPARTNER:
Dr. Dirk Struckmeier

Berufsrecht / Berufshaftung der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, Gesellschafts- und Handelsrecht, Internationaler Rechtsverkehr, Produkthaftung und Produktsicherheit, Recht der Allg. Geschäftsbedingungen, Umwandlungsrecht, Unternehmenskauf (M & A) / Unternehmensstrukturierung, Vertriebsrecht
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